Eine Schule für Alle

Die LandesschülerInnenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) fordert die Einführung eines Schulsystems, in dem alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen können. In einem Schulsystem, in dem nach der vierten Klasse in verschiedene Schulformen unterteilt wird, ist es nicht möglich, Toleranz und den Gleichheitsgrundsatz zu vermitteln. Anstelle der Elitenförderung und der Förderung des Gymnasiums als Eliteschule muss es ein Schulsystem geben, in dem individuelle Förderung für jede Schülerin und jeden Schüler möglich gemacht wird.

Bei den verbindlichen Empfehlungen in der vierten Klasse erhalten Kinder aus Akademikerfamilien bei erbrachten gleichen Leistungen nachweislich häufiger eine Empfehlung für eine höhere Schulform als Arbeiterkinder. Nicht selten wird dies von den Lehrerinnen und Lehrern damit begründet, dass die Eltern dieser Kinder sich schon darum kümmern und im Zweifelsfall auch Nachhilfe bezahlen werden. Hier wird also den einen Bildung auf Grund des Geldbeutels ihrer Eltern ermöglicht, während sie den anderen verwehrt wird. In einer Schule in der alle gemeinsam lernen und jedeR die Förderung bekommt, die er oder sie braucht, wird zusätzliche von den Eltern bezahlte Nachhilfe überflüssig. So wird mehr Gerechtigkeit hergestellt.

In der Grundschule lernen leistungsstärkere und leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einer Klasse, ohne dabei die einen zu unterfordern und die anderen auf halber Strecke liegen zu lassen. Hier profitieren alle SchülerInnen von ihren Mitschülern. Durch Studien wird belegt, dass die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler durch weiteren gemeinsamen Unterricht sogar profitieren. Warum soll dieses wunderbare System also nicht auch nach der vierten Klasse noch eingesetzt werden?

Bei dem Bau vieler Schulen wurde und wird leider kein Wert darauf gelegt, Gebäude zu errichten, in denen Schülerinnen und Schüler auch mit einem Rollstuhl den Schulalltag genau so einfach wie ihre MitschülerInnen erleben können. Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen sollen ganz normal am Schulunterricht teilnehmen können und von ihren KlassenkameradInnen als vollwertige Partner in der Klassengemeinschaft wahrgenommen werden.

Die Schulen müssen dahin umgestaltet werden, dass sie als Mittelpunkt im Leben der SchülerInnen auch angenehm wahrgenommen werden. Die jungen Menschen sollen sich in der Schule wohl fühlen und diese gerne besuchen – und dass nicht nur zum Lernen im Unterricht. Die LSV fordert eine Schule, in der die Meinung von SchülerInnen nicht egal ist. Eine Schule mit der Möglichkeit, zwischendrin auch mal zu entspannen. Eine Schule, in der nicht jeder Tag nach dem selben starren Schema aufgebaut ist. Eine Schule ohne Ausgrenzung und Unterdrückung. Eine Schule, in der ALLE gemeinsam lernen können.