Schüler, Studierende und Auszubildende fordern radikale Reform des Bildungssystems
Schüler, Studierende und Auszubildende in NRW fordern eine radikale Reform des Bildungssystems. „Unsere Bildungssituation muss sich konkret verbessern, sowohl qualitativ als auch materiell. Die Politiker müssen unsere Sorgen endlich ernst nehmen, damit wir eine Chance auf gute Bildung und Ausbildung haben“, erklärten Sprecher der Initiative „Wähl deine Bildungsperspektive“ heute in Düsseldorf. Sie kündigten an, dass sich die Initiative mit ihren Forderungen aktiv in den Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen einmischen werde. Als Vorgeschmack auf weitere Aktivitäten veranstalteten sie heute Vormittag einen Hürdenlauf durch das Bildungssystem, mit denen sie den Landtagsabgeordneten ihre Probleme in Schule, Berufskolleg und Hochschule vor Augen führten.
Die Schülerinnen und Schüler fordern ein längeres gemeinsames Lernen für alle Kinder und Jugendlichen. "In einem Schulsystem, in dem in verschiedene Schulformen unterteilt wird, werden Ungerechtigkeiten nur noch verstärkt. " meint Benedikt Haumer von der LandesschülerInnenvertretung NRW. Er setze sich auch dafür ein, dass die Schulzeitverkürzung zurückgenommen wird. Mit der Verkürzung des Gymnasiums von neun auf acht Jahren sei der Schulalltag für Schülerinnen und Schüler teilweise unerträglich, da sie in kürzerer Zeit immer mehr lernen und gleichzeitig täglich immer länger in der Schule bleiben müssten. Ein Wechsel zwischen den Schulformen werde zusätzlich erschwert.
Für die Gewerkschaftsjugend ist die Qualität der beruflichen Ausbildung am Berufskolleg ein drängendes Thema. Sie fordern materiell und personell besser ausgestattete Berufskollegs mit guten Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer. "Die Auszubildenden sind es leid in maroden Gebäuden mit veralteter Ausstattung und fehlenden Lehrkräften zu lernen", so Antonia Kühn von der DGB Jugend NRW. Die Gewerkschaftsjugend setze sich dafür ein, das duale Ausbildungssystem in Betrieb und Berufskolleg zu sichern.
Die Studierenden sind sich einig, dass die Ziele von Bologna mit der Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge nicht erreicht wurden. Christiane Schmidt vom Landes-Asten-Treffen beklagt: "Viele Studiengänge sind nicht studierenswert und durch diese Reform unstudierbar geworden. Daran hat sich auch nach den letzten Bildungsstreik-Protesten nichts verbessert." Die Studierenden fordern einen freien Zugang zu den Hochschulen und sprechen sich für eine sofortige Abschaffung der Studiengebühren aus.
Hinweis: Fotos von der heutigen Aktion können ab 15 Uhr von der Seite www.bildungsperspektive-nrw.de heruntergeladen werden.
