Uns bröselt der Putz auf den Kopf – Wir wollen, dass unsere Bildung endlich besser wird

Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende in Nordrhein-Westfalen beklagen eklatante Mängel im Bildungsbereich. Nach den Bildungsstreiks im Vorjahr sei zwar viel über Verbesserungen in der Bildung geredet worden, konkret habe sich aber kaum etwas verändert. „Uns bröselt der Putz in den Einrichtungen buchstäblich auf den Kopf. Doch bis auf viele Worte ist nichts gemacht worden, um die Versprechungen nach den Bildungsstreiks einzulösen,“ zogen Vertreter der Landesschülerkonferenz (LSK) die LandesAStenkoordination (LAT) und der DGB Jugend in NRW heute in Düsseldorf ernüchtert Bilanz.

Egal, ob man sich Hochschulen, die allgemeinbildenden Schulen oder die Berufskollegs anschaue: Der Zustand der Gebäude sei katastrophal, es mangele an Lehrpersonal, Ausbildungsmaterialien, Technik und Werkzeuge seien meist veraltet und hielten mit den Ansprüchen der Arbeitswelt nicht mehr Stand. Zudem sei das Verhältnis Lehrende zu Lernenden erheblich gestört. „Wir sind uns da völlig einig: Wir brauchen deutlich mehr Investitionen in Bildung und wir brauchen Verbesserungen in der Qualität der Bildung“ betonten Benedikt Haumer (LSV), Hilmar Schulz (LAT) und Antonia Kühn (DGB Jugend NRW).

Konkret haben sich die Beteiligten in der Kampagne „Bildungsperspektive“ auf fünf vordringliche Forderungen geeinigt:

  • Eine Schule für alle, in der eine individuelle Förderung für jede Schülerin und jeden Schüler möglich wird.
  • Zurücknahme der Schulzeitverkürzung (G8), die bei vielen Schülerinnen und Schülern zu einem unerträglichem Schulalltag geführt hat.
  • Verbesserung der Qualität der Ausbildung am Berufskolleg durch zusätzliche Lehrkräfte, Sanierung der Gebäude, Modernisierung der Unterrichtsinhalte.
  • Abschaffung der Studiengebühren, um die so geschaffenen sozialen Barrieren wieder einzureißen
  • Studienreform, die umfassende Änderungen im derzeitigen Bachelor-Master-System mit sich bringt.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben sich Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende in der Kampagne „Bildungsperspektive zusammengetan. In der Woche vom 19.-22. April wollen die Jugendlichen mit vielfältigen Veranstaltungen - von dem Freiluftklassenzimmer in Hagen am 20. April bis zur der Demonstration durch die Kölner Innenstadt am 22.April - auf konkrete Veränderungen in der Bildung drängen. „Wir erwarten als Bündnis in der Kampagne „Bildungsperspektive NRW“ von jeder neuen Landesregierung – gleich welche Parteien gewinnen – spürbare Verbesserungen im Bildungssystem. In unseren Augen ist Bildung ein Menschenrecht und keine Ware. Auch vor dem Hintergrund des sich jetzt schon wieder abzeichnenden Fachkräftemangels sind Investitionen in Bildung dringend erforderlich“, erklärten die Veranstalter.